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Ernüchterung wie jedes Jahr?!

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Das Jahr nähert sich wieder einmal dem Ende, Silvester steht schon vor der Tür.

Auch wenn viele noch völlig geschafft sind von den anstrengenden Weihnachtstagen, an welchen die gesamte Familie im Haus war, der Stress geht direkt weiter. Die Planung für Silvester: wie jedes Jahr wird sie soweit herausgezögert, bis nach Weihnachten Silvester kaum noch auf sich warten lässt. Wie soll dieses Jahr gefeiert werden? Eine große Silvester-Party mit vielen Freunden bei einem zuhause oder doch lieber ein gemütlicher Abend mit Raclette oder Fondue im kleinen Kreis der Familie? Keine leichte Entscheidung! Noch dadurch erschwert, dass wie jedes Jahr Kinder und Eltern oder auch Ehepartner unter sich sehr verschiedene Vorstellungen von der Silvester-Feier haben. Eine Familienkrise ist vorprogrammiert! Und bis man sich nach vielen lauten Worten und Türenknallen für eine für jeden (zumindest einigermaßen) akzeptable Lösung geeinigt hat, ist die Feierlaune auch entsprechend schnell vergangen. Wenn sich dann nach und nach alle mit der Situation abgefunden haben, wird plötzlich mit Erschrecken festgestellt, dass nur noch ganze 24 Stunden bleiben, um das Haus für Gäste auf Vordermann zu bringen, für das Essen einzukaufen und etliche andere Vorbereitungen zu machen. Irgendwann ist dann alles erledigt und man findet sich völlig k.o. im gemütlichen Sessel im Wohnzimmer wieder, in der Hand einen Zettel mit einer Liste an Vorsätzen für das vergangene Jahr.

Mit einem etwas beklommenen Gefühl wird der Zettel langsam auseinandergefaltet im Zwiespalt zwischen Hoffnung und Angst, wie viele Vorsätze dieses Jahr erfüllt worden sind oder eben nicht. Ein vorsichtiger Blick auf den ersten Punkt auf der Liste: „Sport treiben – oft und regelmäßig (mindestens 2 mal pro Woche)“ steht da. Naja, wenn man sich das Spazierengehen schönredet und die Skifahrtage auf mehrere Wochen verteilt, könnte man das als erledigt betrachten. Aber ehrlich gesagt, wenn man das nüchtern betrachtet, konnte man diesem Vorsatz wie jedes Jahr nicht nachkommen. „Gesund essen“ – da kein Familienmitglied dieses Jahr lange krank gewesen ist, gilt das wohl als erledigt; zumindest wenn man von den regelmäßigen Nudeln mit Tomatensoße oder Tiefkühlgerichten absieht. (Schade, dass die Kinder keine kleinen Gourmets sind, sondern am liebsten immer das gleiche essen.) Der nächste Punkt: „In aller Ruhe ein Buch lesen“, ob die Zeitschrift im Wartezimmer beim Arzt wohl gilt? Oder das Vorlesen der Kinderbücher für den Kleinsten in der Familie? Es folgen weitere Vorsätze, die Liste ist lang: „Die Gitarre vom Speicher hervorholen und wieder mehr spielen“, „Den Keller und den Dachboden ausmisten“, „die letzten Umzugskartons auspacken“… und weitere Punkte, wie sie jedes Jahr wieder auf der Liste auftauchen. Angekommen beim letzten Aspekt: „Den Weihnachts- und Silvesterstress vermeiden“. Eindeutig nicht erfüllt!

Schon ist sie wieder da, die jährliche Ernüchterung bei der Kontrolle der Vorsatzeinhaltung. Jahr für Jahr die gleichen unerfüllten Vorsätze. Lohnt es sich überhaupt, wieder eine neue Liste zu schreiben? Für die gleiche Ernüchterung in 365 Tagen? Nein, dieses Jahr soll es anders laufen. Nach langem Suchen ist der Stift gefunden. Grün – die Farbe der Hoffnung. Nur ein Vorsatz kommt mit ordentlicher Schrift auf den Zettel, der danach auch schnell im Briefumschlag verschwindet.

„Nimm dir Zeit, um glücklich auf die schönen Momente des Jahres zurückzuschauen!“ Ja, das ist ein guter Vorsatz. Und alles andere wird sich ergeben! Oder auch nicht! ;)

 

Carolin Vogt

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